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Ulla Merle







„Zu dem heutigen Werke wurde der Grundstein [...] im Jahre 1870 gelegt“,1 berichtet die Firmenchronik über die Oberkaufunger Ziegelei, deren Hauptgebäude an der Bahnunterführung heute noch steht.
1924 bereits ging das Unternehmen in Konkurs, wurde 1928 von Hermann Lohöfer übernommen und produzierte nun Backsteine bis zur endgültigen Stilllegung 1983.2


1. Fotografie der Falzziegelwerke Oberkaufungen gmbH Postkarte, nach dem Neuaufbau 1906, eingeblendet wohl das Unternehmerwohnhaus [Ziegeleimuseum Oberkaufungen]

Schriftquellen zur Oberkaufunger Maschinenziegelei der Kaiserzeit sind nur wenige überliefert. Doch aus dem Dokumentenbestand der Nachfolgefirma, aus Baubefunden und Bildzeugnissen lässt sich die Entstehungsgeschichte des heutigen Industriedenkmals inzwischen erschliessen.3
„Sein Begründer Ludwig Fischer, der vorher Blumentöpfe an anderer Stelle hergestellt hatte, liess nunmehr auf dem Gelände an der Niester Strasse Brettziegel und Biberschwänze im Handstrich fabrizieren, die in Schuppen getrocknet und dann in vier Kasseler Öfen gebrannt wurden. Zur Aufbereitung des Materials wurde eine Tonmühle benutzt. Beschäftigt wurden in dem Betrieb 10 bis 12 Mann, die täglich pro Mann 300 bis 400 Stück herstellten. Nach der Erstellung eines Ringofens
  und einer Handpresse, die von zwei bis drei Mann bedient wurde, ging man im Jahre 1880 dazu über, Dränagerohre und Lehmsteine zu machen“.4 Die Anlage einer Ziegelei in Oberkaufungen stand in der Tradition der Nutzung der Bodenschätze des Kaufunger Waldes: Neben Braunkohlebergwerken, Alaunproduktion und Glashütten ist bereits seit dem 16. Jahrhundert das Töpfer- und Zieglerhandwerk belegt.5 Wie bei Ziegelhütten und anderen feuergefährlichen Betrieben üblich, siedelte man auch 1870 am Ortsrand. Für die Wahl des Geländes nördlich der Losse war wohl das dortige Vorkommen hochwertigen Blautons ausschlaggebend; zudem konnte man als Brennstoff die Braunkohle der benachbarten Zeche Freudenthal nutzen.

Von der Manufaktur zur Fabrik

Witterungsbeständige, feuerfeste, gebrannte Ziegel und Mauersteine lösten in den wachsenden Städten und Gemeinden Nordhessens im vorletzten Jahrhundert Fachwerk als Baumaterial allmählich ab.6 Seit dem 16./17 Jahrhundert hatten Bauordnungen - von den Städten ausgehend - zunächst den Gebrauch von Dachziegeln propagiert; sie verringerten die Brandgefahr, wie auch das um 1800 verordnete Verputzen der Häuser. So ersetzte der Backstein im Fachwerk vielerorts die Lehm(stein)füllungen, vor allem aber ermöglichte er die grossen Bauvolumen der vielfältigen neuen Funktionsbauten. Freisichtiges Ziegelmauerwerk mit (gebrannten) Ziersteinen kam in Hessen etwa Mitte des 19. Jahrhunderts über die Eisenbahnarchitektur in Mode.
Neben den zahlreichen als Handwerksbetrieb bzw. Manufaktur für den lokalen Bedarf produzierenden Ziegeleien entstanden mit der Industrialisierung nun Ziegelfabriken, in denen Dampfmaschinen die Antriebsenergie für mannigfaltige Werkzeugmaschinen erzeugten. Diese erleichterten nach und nach die arbeitsintensiven Schritte der Ziegelherstellung: Fördern, Formen, Lagern und Transportieren. Innovationen in der Ofentechnik ökonomisierten im Lauf des 19. Jahrhunderts das energie- und zeitintensive Brennen.
  Selbst bei Nutzung der Ofenabstrahlwärme blieb freilich der Trockenprozess der Formlinge witterungsabhängig, ebenso wie die Lehmförderung im Tagebau. Ziegelproduktion war deshalb weiterhin Saisonarbeit. Gleichwohl wurden Produktionsmenge und -geschwindigkeit in der industriellen Ziegelproduktion gegenüber der Handfertigung um ein Vielfaches gesteigert.
In der Chronik der Ziegelei Oberkaufungen heisst es weiter: „1895 wurde die Maschinenanlage im wesentlichen vergrössert durch Einbau einer grösseren Strangpresse und vier Revolverpressen. Der Handbetrieb hörte damit auf, und es wurde durch Indienststellung einer Dampfmaschine der Betrieb mechanisiert. Die Belegschaftsstärke dehnte sich auf 90 bis 100 Mann aus7 . “ Zwanzig Jahre später waren die‚ Falzziegelwerke Oberkaufungen’ ein für die Gemeinde grosser Industriebetrieb: Die industrielle Fertigung erfolgte in kleinteilig-arbeitsteiliger Produktion; die inzwischen nicht mehr von Handwerkern, sondern von Unternehmern geleitete G.m.b.H. stellte Dachziegel für einen überregionalen Markt her 8 . Für den Vertrieb nutzte man den an das Fabrikgelände grenzenden Bahnhof der 1879 eröffneten Kassel-Waldkappeler Eisenbahnlinie.

Das bauliche Ensemble

Die Postkarte der ‚Falzziegelwerke Oberkaufungen g.m.b.H.’ (Inschrift auf dem Kranzgesims) zeigt einen Teil des Werksgeländes vom südlich (ortseinwärts) gelegenen Bahndamm [vgl. Abb. 1]. Zwischen 1907 und 1909 entstanden, dokumentiert sie den veränderten, viergeschossigen Wiederaufbau des Hauptgebäudes nach einem Brandschaden 9 . Im tieferen Osttrakt steht seit dieser Zeit der neue Zickzackofen (s.u.), ein sogenannter ‚ausgerüsteter Ofen’, ehemals also umgeben von die Abwärme nutzenden Gerüsten zur Trocknung der frisch gepressten Formlinge 10. Das Betonstützenraster des Gebäudes und die Betonaussentreppen ermöglichten durchgehende Trockensäle über dem Ofen. Deren Eisenguss-Fenster sind auf der Fotografie für die Frischluftzufuhr geöffnet, auf dem Dach erkennt man zahlreiche Laternen, aus denen die feuchtigkeitsgesättigte Luft entweichen konnte. Elevatoren brachten die Formlinge in die Etagen, die Feuerungskohle lieferte man von aussen auf die Ofendecke. Seit 1901 schloss im Westen im rechten Winkel das Maschinenhaus an, ein langer, eingeschossiger Steinfachwerkbau, in dessen nördlichen Räumen Dampfmaschine, Kesselhaus und Kohlenlager installiert waren - der erhaltene kleine Schornstein hinter dem Haus gehörte zu dieser Kraftanlage 11.
  Im südlichen Teil beherbergte das Maschinenhaus eine Reihe von transmissionsgetriebenen Pressen, die über ein Transportband mit Lehmteig versorgt wurden, der im Walzwerk hinter dem Haus - d.h. der ‚Tonmühle’, bzw. dem 1906 angeschafften ‚Kollergang’12 - aufbereitet worden war. In der Flucht nach Süden stand ein Haus mit Speisesaal, Aufenthaltsraum und Waschkaue. Eine Anzahl kleinerer Nebengebäude enthielten weitere Produktionsräume, Bäro und Arbeiterunterkünfte 13 . Die Ausdehnung des Werksgeländes - und damit mögliche weitere Fabrikbauten - wird aus der Postkarte nicht ersichtlich, ebenso wenig zeigt sie den Lehmtagebau, der unmittelbar rechts an das Hauptgebäude anschliesst. Aufschlussreich ist die eingeblendete Fotografie, wohl des Wohnhauses der Unternehmerfamilie: Der Bau Niester Strasse 16 ist heute Teil des katholischen Gemeindezentrums St. Heinrich 14 . Von 1884 ist für etwa den selben Standort ein Bauantrag für einen Kasseler Ofen überliefert 15 , die Ziegelwerke reichten demnach damals südlich des Bahndamms weit näher an den Ortskern heran.
Die Vignette auf einem Rechnungsbogen vom Ende des 19. Jahrhunderts ist wahrscheinlich die früheste erhaltene Darstellung der Ziegelei [Abb. 2].



2. Rechnungsbogen (Detail) der Falzziegelwerke Oberkaufungen, um 1900 Lith. G. Beyer & Heeger, Cassel [Ziegeleimuseum Oberkaufungen]

Allerdings ist die Zeichnung mehr dem ‚schönen Schein’ als dem dokumentarischen Interesse entsprungen, dafür sprechen der heckenrosenumkränzte Unternehmensschriftzug, die Einbettung des Firmensitzes in die nordhessische Natur und der promenadengleich dargestellte eingezäunte Bereich zwischen Fabrik und Bahngleisen. Der rauchende kleine Schornstein links, die akkurat vor dem Haus aufgereihten Warenstapel, das aus dem Gebäudetor herauskommende, beladene Fuhrwerk und die mit ziegelgefüllten Waggons vorbeieilende Dampflokomotive sind werbewirksame Standardsymbole industrieller ‚Produktivität’.Dennoch gibt die Lithographie einige Hinweise   auf den Baubestand vor dem Maschinenhausanbau 1901: Sie zeigt das damals lediglich dreigeschossige Hauptgebäude mit Segmentbogenfenstern und Backsteingliederungselementen ähnlich denen des Wohnhauses auf der Postkarte. Wahrscheinlich gehört der auf der Vignette bereits am heutigen Standort eingezeichnete grosse Schornstein einem Ringofen im Hauptgebäude. Ein 1904 belegter Trockenhausanbau vor dem östlichen Teil der Südfassade weist auf die schon damals genutzte Abstrahlwärme eines solchen Ofens hin 16 . In den Aussenmauern dieses Altbaus samt Anbau fand dann 1906 der neue Ofen auf 600 m2 Grundfläche seinen Platz [Abb. 3].




3. Zeichnung zum Wiederaufbau/Aufbau eines Ziegelbrennofens im abgebrannten Trocken- p.p. Hause auf dem Ziegeleigrundstuck der Falzziegelwerke Oberkaufungen GmbH, 10. Juli 1906 Aufriss der Sudfassade und Erdgeschossgrundriss [Ziegeleimuseum Oberkaufungen]

Vom Casseler Flammofen zum Zickzackofen
Auf der beschriebenen Postkarte sind zwischen den Dachlaternen im rechten Bildrand Schornsteine zu erkennen. Sie stammen von mehreren ‚Casseler Öfen’, die an die Nordwand des Hauptgebäudes angrenzten. Um 1900 sollen über 20 solcher Öfen auf dem Gelände der Falzziegelwerke in Betrieb gewesen sein [Abb. 4] 17 .


4. Casseler Flammofen Genehmigungsantrag der Firma Ludwig Fischer & Comp., Oberkaufungen, an die Konigliche Regierung in Kassel zum Bau eines Doppelkammerofens an der Niester Strasse vom 29. Sept.1884 Detail: Schnitt durch den Ofen [Hessisches Staatsarchiv Marburg]

Carl Anton Henschel, Unternehmer der 1822 gegründeten Möncheberger Gewerkschaft im Norden Kassels, hatte mit seinem 1827 patentierten Casseler Flammofen aktuelle technische Entwicklungen aufgegriffen und für die Nutzung der Braunkohle der firmeneigenen Zechen - statt des üblichen teuren Buchenholzes - als Brennstoff seiner Ziegeleien zugerichtet. Etwa 10 Jahre nach der allgemeinen Einführung schreibt die Zeitschrift für Bauwesen, Berlin 1855: „Die abweichende Anordnung der casseler Flamm-Ziegel-Ofen von der sonst üblichen, beruht in der Verbrennung der Brennstoffe auf einem Roste - getrennt von dem Ziegel-Material - und in einer hierdurch ermöglichten, genaueren Regulirung des Brennprozesses durch Zuführung eines kalten Luftstromes mittelst besonderer Luftschachte, und mittelst eines durch einen Schieber verschliessbaren Schornsteins. Dadurch ist es möglich geworden, eine sehr kurze Betriebszeit für den Ofenbrand und eine bedeutende Ersparniss an Brennmaterial zu erzielen, so wie auch die Verwendung verschiedener Brennstoffe. 18 “ Gleichwohl dauerte ein Brand etwa 9 Tage, nicht zuletzt, weil der auf etwa 1000° erhitzte Ofen lange auskühlen musste, ehe er aus- und wieder eingeräumt werden konnte. Als Doppelkammerofen arbeiteten die Flammofen energiesparender und waren abwechselnd befüllbar. Drei Jahre später gelang Ingenieur Friedrich Hofmann und Stadtbaurat Albert Licht mit der Konstruktion des Ringofens der Übergang vom periodischen zum kontinuierlichen Brand, der für die industrielle Ziegelfertigung weitere Zeitersparnis und vor allem Energieersparnis brachte19. Bis in die 1950er sollte er der gebräuchlichste Ziegelofen bleiben. Im Ringofen bilden aneinander gereihte Brennkammern ein endloses Band. So kann das Feuer - einmal entfacht - über Züge und Schieber ununterbrochen im Brennkanal ringsherum gelenkt werden, während vor und hinter den unter Feuer stehenden Kammern Formlinge vorgewärmt und geschmaucht bzw. fertige Ware langsam gekühlt wird.
 
Die Feuerung erfolgt von oben über Schürlöcher direkt in die Brennräume, mit einem vertikalen Zug über Rauchkanäle im Boden zum gemeinsamen Schornstein. Kammertore in der Aussenwand dienen dem Einräumen; sie werden vor jedem Brand dicht vermauert. Als der Ziegeleiingenieur Otto Bock 1880 Betriebsleiter der Möncheberger Gewerkschaft wurde, „waren noch 17 Casseler Öfen in Betrieb. Er liess sie sämtlich abbrechen und stellte dafür Ringöfen auf. Hierdurch wurde die Leistungsfähigkeit des Werkes so erhöht, dass über 100 Arbeiter ständig [d.h. rund um das Jahr] beschäftigt werden konnten“.20 Laut Unternehmenschronik brannte die Möncheberger Gewerkschaft 1922 in sieben Öfen „mit einer Leistungsfähigkeit von 24 000 000 Stück in Ziegelfabrikaten sowie 5000 Doppelwaggons feuerfester Produkte“21 . Bereits um 1880 war auch in den Stein- und Dachziegelwerken Oberkaufungen neben den Casseler Öfen mindestens ein solcher Ringofen in Gebrauch, der Überlieferung nach für grobe, unglasierte Ware. Der 1906 errichtete Bührer Zickzackofen eignete sich vor allem für die Produktion von Dachziegeln [vgl. Abb. 3]. In ihm führt der endlosen Brennkanal, wie der Name schon sagt, im Zickzack. Nach Bock/Nawrath kommt „dieser [Ring-]Ofen hauptsächlich für kleine Leistungen in Betracht, bei denen die Breite des Brennkanals weniger als 2 m betragen müsste, so dass ein Wenden der Karren beim Einsetzen und Ausfahren der Ziegel nicht möglich wäre; letzteres geschieht hier einfach von den Stirnenden jeder Kammer aus. Dieser Ofen beansprucht durch die Art seiner Grundrissgestaltung einen verhältnismässig kleinen Bauplatz und ist infolgedessen auch billig im Bau. Je nach Grösse der Leistung, Art und Empfindlichkeit der zu brennenden Waren wird der Ofen mit 8 - 16 Kammern gebaut.22 “ Mit dem 18-kammerigen Zickzackofen wurde die Oberkaufunger Ware bis zur endgültigen Werksschliessung 1983 gebrannt.23

Arbeitsteilige, mechanisierte Produktion
Es scheint, als habe sich die Oberkaufunger Ziegelfabrik nicht nur in der Wahl der Brennöfen an der innovativen Ingenieurtechnik des Ziegelindustriekomplexes im Kasseler Norden orientiert,24 sondern auch in der frühen Nutzung mannigfaltiger Maschinen. Die Abbildung eines Ziegelfabrikationsraumes der Möncheberger Gewerkschaft von 1922 [Abb. 5] zeigt Formungsmaschinen, die den im Bauplan des Oberkaufunger Maschinenhauses von 1901 genannten in etwa entsprechen: Mit der Strangpresse (am rechten Bildrand) wird ein endloser Lehmstrang hergestellt, von dem man - je nach Mundstück hinter der Vortriebsschnecke - entweder Backsteine abstuckt oder sogenannte ‚Batzen’ schneidet, also Lehmportionen, die mit Handkarren zwecks Weiterverarbeitung zu den verschiedenen Dachziegelpressen gefahren werden. In Revolver-, Schlitten- oder Friktionspressen wird der von Hand einzeln eingelegte Batzen zwischen Ober- und Unterform aus Gips zum Dachziegel geförmt.25 Links stehen drei Revolverpressen: Der Mann aussen ist der Batzenaufleger, ein zweiter auf der anderen Seite der Maschine nimmt die gepressten Formlinge vom drehbaren Presszylinder auf ein Holzrähmchen ab. Zutragerinnen entgraten jeden Ziegel, stapeln ihn samt Rähmchen in die Transportanlage und reichen dem Abnehmer leere Rähmchen zu. Rechts arbeiten Frauen die Batzen in (Schlitten-?)Pressen ein und räumen die Formlinge in den Aufzug. An der Raumdecke befinden sich die Transmissionen der Kraftanlage, mit denen die einzelnen Maschinen angetrieben werden. In Oberkaufungen lief die Haupttransmission die gesamte   Ostwand des Maschinenhauses entlang. Sowohl im Ofen- wie im Maschinehausgrundriss der Falzziegelwerke sind darüber hinaus Elevatoren und Transportbänder eingezeichnet. Ein die gesamte Produktionsanlage - von der Formung über die Trocknung bis vor die Ofenkammern - an endloser Kette verbindender Hängeschalentransporteur (im Hintergrund der Grafik) fuhr spätestens seit der Wiedereröffnung 1930 auch im Oberkaufunger Unternehmen. Allerdings blieben hier wie dort weiterhin vielfaltige Tragearbeiten, die mit Muskelkraft, dem Takt der Maschinen angepasst, erledigt werden mussten: sei es das Be- und Entladen der Maschinen, das Befullen der Trockenregale und Stapeln in den Ofenkammern oder der Handkarrentransport. Zu den Arbeiten in der Ziegelei gehörten ferner der Lehmtagebau und die Aufbereitung des Lehmteigs, die Gipsformerei, Engobe- und Glasurveredlung, die Energiegewinnung, Reparatur- und Instandhaltung, Verwaltung und Vertrieb. Anfang Oktober 1907 hatten die Oberkaufunger Ziegelwerken 102 MitarbeiterInnen, sechs Wochen später nur noch 27,26 die nach Ende der Jahreskampagne wohl mit Instandhaltungsarbeiten beschäftigt wurden, da bei Minustemperaturen kein Rohmaterial abgebaut werden konnte. Wahrscheinlich produzierte die Oberkaufunger Ziegelei - hauptsächlich, weil die Trocknung nicht in offenen Schuppen, sondern im Gebäude stattfand - etwa von Marz bis November, während kleinere Landziegeleien nur sechs Monate jährlich in Betrieb waren. 27



5. Ziegelpressraum der Moncheberger Gewerkschaft in Kassel, 1922 [aus: Hundertjahriges Bestehen der Aktiengesellschaft Moncheberger Gewerkschaft in Cassel, Cassel, 1922, S.16v]

„Gegenstand der Fabrikation bilden in erster Linie glasierte Ziegeln“28

Die hohe Qualität des Oberkaufunger Tones legte eine Spezialisierung der Ziegelei auf hochwertige Waren nahe. Hatte die Ziegelmanufaktur in ihren Anfangsjahren noch von Hand gefertigte traditionelle Dachziegel vertrieben, so stieg man später in die Produktion moderner Maschinenziegel ein: Der 1881 von Ludowici patentierte Doppelmuldenfalzziegel „Z1“ 29 revolutionierte den Dachziegelmarkt und die „Falzziegelwerke Oberkaufungen“ spezialisierten sich - wie der Firmenname verrat - um 1900 auf dieses neue Produkt.30 Als „SZ1“ führt der Doppelmuldenfalzziegel das Werbeplakat der Oberkaufunger Ziegelei an. [Abb. 6]. Die 70 dort aufgeführten Produkte lesen sich wie ein Ausschnitt   aus dem zeitgleichen, umfangreichen Warenkatalog der Ludowic-Ziegelfabriken in Jockgrim;31 es wurden aber wohl vor allem Doppelfalzziegel„in Naturfarbe oder farbig engobiert und auch glasierte Ziegel in den Farben braun, gelb, grun oder schwarz hergestellt,“32 entsprechend dem zeitgenössischen historistischen Geschmack [Abb. 7]. „Die bunt glasierten Dachziegel fanden wegen ihrer Qualität und ihres guten Aussehens viele Abnehmer in allen Gegenden Deutschlands“33 ; Oberkaufunger Dachdeckungen in Warnemünde oder Altona sind dokumentiert, ein erhaltenes Vertriebsjournal enthalt sogar einen Kunden in St. Petersburg.34


6. Werbeblatt der Falzziegelwerke Oberkaufungen GmbH Oberkaufungen bei Cassel, nach 1901 [Ziegeleimuseum Oberkaufungen]
 

7. Grunglasirter Falzziegel (Patina-Imitation) Falzziegelwerke Oberkaufungen G.m.b.H., nach 1901 (Ruckseite: Rotglasirte Pfanne) Werbung mit Anwendungsbeispiel, doppelseitiger, farbiger Karton Lith. V. G. Beyer & Heeger, Cassel [Ziegeleimuseum Oberkaufungen]

„Wir teilen ergebenst mit, dass wir wegen Mangels an Auftragen
und Betriebsmitteln unsere Fabrikation haben aufgeben mussen“35
Von der Wirtschaftskrise 1923/24 waren die Oberkaufunger Falzziegelwerke wie zahlreiche andere Unternehmen betroffen. Ein Berichterstatter des Regierungspräsidiums in Kassel schildert die Stilllegung des Werkes: „Direktor Barchfeld ist am 25. Mai ds. Js. Auf der Casseler Kreditbank gewesen, wo ihm mitgeteilt wurde, dass er die Lohngelder fur die nächste Woche nicht bekommen könne, da die Bank nicht genügend Geld habe. Mit Mühe hat Barchfeld es erreicht, dass ihm wenigstens die Lohngelder für den 23. und 24. Mai gezahlt wurden und er war deshalb in der Lage, wenigstens für diese Woche den Rest des Lohnes, den die Arbeiter zu fordern hatten, auszuzahlen [...]. Die Firma hat noch mehrere Restbestande zu bekommen für gelieferte Ziegeln, kann aber das Geld nicht hereinbekommen und auch den Vorrat von etwa 30 000 Stück, die einen Wert von 3 000 Mark haben, kann sie zur Zeit   nicht zu Geld machen. Es bleibt also nichts weiter übrig, als den Betrieb vorübergehend zu schliessen. Der Betriebsratsvorsitzende Noll kannte diese Verhältnisse und war der Ansicht, dass die Betriebseinstellung nicht zu vermeiden war. Zur Zeit arbeiten noch 6 Arbeiter in der Tongrube und mit verschiedenen anderen Arbeiten innerhalb des Werkes. Diese sollen abgewechselt werden und zwar alle drei Tage, sodass immer andere, namentlich verheiratete und bedürftige Arbeiter wenigstens einen kleinen Verdienst haben.“ Am 4.6.1924 erfolgte die behördliche Zustimmung zur „Stillegung des Gesamtbetriebs“. Von 69 ArbeiterInnen und 2 Angestellten, die „in der Regel beschäftigt“ waren, wurden „18 Arbeiterinnen, 44 erwachsene und 1 jugendlicher Arbeiter“ entlassen. 36


Übernahme des Textes aus Hessische Heimat: Zeitschrift für Kunst, Kultur und Denkmalpflege, Marburg, 58. Jahrgang, 2008, H.1, S. 7-13, mit freundlicher Genehmigung der Gesellschaft fur Kultur und Denkmalpflege, Hessischer Heimatbund e. V.(www.hessische-heimat.de).


1 25 [Fünfundzwanzig] Jahre Hermann Lohöfer K.G.: Stein- und Dachziegelwerke, Baustoffgrosshandlung, Oberkaufungen/Kassel-Land [Jubiläumsschrift]. Oberkaufungen, o. J. [1953], 12 S., Abb. [Bestand Hessisches Ziegeleimuseum Oberkaufungen e.V.; im Folgenden HZM], S. 4.
2 Vgl.: Merle, Ulla: Die Oberkaufunger Ziegelwerke: Eine nordhessische Ziegelfabrik in der Mitte des 20. Jahrhunderts. In: Zeitschrift für Hessische Geschichte und Landeskunde, Bd. 112, 2007, S. 235-252.
3 Im Gebäudeensemble befinden sich heute Wohnungen, Werkstätten und Büros. Die Eröffnung eines privaten Ziegeleimuseums 2006 war Anlass, die Fabrikgeschichte zu erforschen. Vgl.: Merle, Ulla: Die Maschinenziegelei Oberkaufungen - ein Museum im Industriedenkmal. In: Hessische Blätter fur Volks- und Kulturforschung, Bd. 40, 2006, S. 164-177.
4 Jubiläumsschrift [Anm. 1], S. 4
5 Vgl.: Wroz, Winfried: Zum Ziegler- und Töpfereiwesen im Kaufunger Raum. In: 975 Jahre Kaufungen 1011 - 1986: Beitrage zur Heimatkunde. Hrsg. v. Gemeindevorstand der Gemeinde Kaufungen, Oberkaufungen 1985, S.165-174. Fritz Meyer (Oberkaufungen im Wandel der Zeiten. Hrsg. v. Gemeinde Oberkaufungen, Kaufungen 1962, S. 133) erwähnt für die Zeit um 1900 mehrere Ziegelhütten und eine Blumentopffabrik am Ort.
6 Vgl. Schmidt, Heinz: Ziegeleien in Kassel: Ein Beitrag zur Geschichte der Lehm- und Ziegelsteinfabriken. Kassel 2000.
7 Jubiläumsschrift [Anm. 1], S. 6. Die in den 1880er Jahren eingesetzten Maschinen und Öfen weisen aber darauf hin, dass die Ziegelei spätestens in dieser Zeit schon kein Handwerksbetrieb mehr gewesen ist.
8 Vgl.: Der Beobachter an der Losse: Allgemeiner Anzeiger für den Amtsgerichtsbezirk Oberkaufungen vom 16.10.1901: „Die Firma Ludwig Fischer u. Co. wird heute in eine GmbH ‚Ziegelwerke Oberkaufungen’ umgewandelt. Gesellschafter sind: Ludwig Fischer, Friedrich Barchfeld, beide von hier, Louis Sybel aus Küppersteg, Generaldirektor Müller aus Köln und Krüger aus dem Rheinland. Direktoren werden sein: Friedrich Barchfeld und Louis Sybel, beides Fachleute. Gegenstand der Fabrikation bilden in erster Linie glasierte Ziegeln“ (zit. n. Meyer [Anm. 4], S. 95).
9 Vgl.: Der Beobachter an der Losse, vom 30.5.1906: „In der Nacht zum Sonntag brach in den Falzziegelwerken ein Grossfeuer aus. Das Hauptgebaude wurde in kurzer Zeit ein Raub der Flammen. Die Feuerwehr konnte wegen Wassermangel nicht viel ausrichten“, sowie vom 20.10.190: S.101: „Der Neubau der Falzziegelwerke schreitet rustig vorwärts“ (zit. n. Meyer [Anm. 4], S. 100f). 1928 brannte das Hauptgebäude erneut; der Wiederaufbau erfolgte in der heutigen Form dreigeschossig mit Walmdächern.
10 Vgl. Gutachten der Phonix/National-Feuerversicherung, vom 25.1.1930 [HZM]:
"Der Brennofen ist ausschliesslich massiv gewölbt [..] Auf dem Brennofen sind keine hölzernen Stützen, jedoch befindet sich in 1 m Höhe ein Ueberbau (Betondecke) worauf die Trockengerüste stehen. Seitlich des Brennofens und zwar in 2 m Entfernung befinden sich ebenfalls Trockengerüste.“
11 Maschinenanlage der Falzziegelwerke Oberkaufungen bei Kassel, Zeltzer Eisengiesserei u. Maschinenbau Actien-Gesellschaft, Koln Ehrenfeld, 4.11.1901, Grundriss und Längsschnitt [HZM].
12 Vgl. Jubiläumsschrift [Anm. 1], S. 6.
13 Vom einst umfangreichen Baubestand existiert heute allerdings nur noch wenig: Das ehemalige Bürogebäude am Fabriktor und die gegenüberliegenden Werkswohnungen, beide aus der Zeit um 1900, wurden mehrfach umgebaut, ebenso die Schreinerei und der Bunker im hinteren Gelände, wohl der Rest des 1904 erweiterten ehemaligen Mädchenwohnheims. Vom alten Pressenhaus ist nur der Gebäudeteil der Kraftanlage erhalten, der zwischenzeitlich als Garage und als Werkstatt diente. Der Sozialbau wurde 1995 abgerissen.
14 Möglicherweise porträtiert sich der Unternehmer auf der Fotografie selbst: Drei bürgerlich gekleidete Personen stehen an der Bank vor dem Haus, daneben Kinder in Spielschurzen und vor dem Zaun ein Dienstmädchen. Auch auf dem grossen Bild könnten die gut gekleideten Herrschaften, die im Vordergrund auffällig posieren, die Fabrikbesitzer sein.
15 Vgl.: Genehmigungsantrag der Firma Ludwig Fischer & Comp., Oberkaufungen, an die Königliche Regierung in Kassel zum Bau eines Doppelkammerofens an der Niester Strasse vom 29. Sept. 1884, Preussische Regierung Kassel, Hessisches Staatsarchiv Marburg 165, Kassel, 483.
16 Der giebelseitige, in Teilen erhaltene Pultdachanbau von 1911 diente ebenfalls der Erweiterung der Abwärmetrocknung. Dem Versicherungsgutachten [Anm. 9] nach gab es zusätzlich noch 1930 „Trockenschuppen offen von Holz" auf dem Gelände, in denen traditionell im Aussenklima getrocknet wurde.
17 Jubiläumsschrift [Anm. 1], S.6.
18 Vgl.: Ofenreise: Der Kasseler Flammofen und die Grossalmeroder Tonwarenindustrie. Hrsg. v. Thomas Wiegand m. Textbeiträgen von Catharina Berents u. Gerhard Seib. Kassel 2000 [Veröffentlichung des Glas- und Keramikmuseum Grossalmerode].
19 Vgl.: Schyia: Lothar: ‚Gut Brand!’: Der Siegeszug des Ringofens; Friedrich Eduard Hoffmann 1818-1900; Nestor der Ziegelindustrie. Suderburg-Hösseringen, 2000. Nach Bender benötigte „der Deutsche Ofen zum Brennen von 1000 Mauerziegeln ca. 400-600 kg Steinkohle und der Kasseler Ofen ca. 350-450 kg, der Ringofen dagegen, bei Handschüttung, nur ca. 115-125 kg“ (Bender, Willi: Vom Ziegelgott zum Industrieelektroniker: Geschichte der Ziegelherstellung von den Anfängen bis heute. Hrsg. v. Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e. V. Bonn 2004).
20 Vgl.: Hundertjähriges Bestehen der Aktiengesellschaft Möncheberger Gewerkschaft in Cassel 1822-1922. Hrsg. v. Hugo v. Kintzel. [Festschrift, o.O., o.J.], S. 9.
21 Ebd. S. 16.
22 Bock-Nawrath: Die Ziegelei: Anlage und Betrieb. Neubearbeitet v. Johannes Fischer. Berlin/Hamburg: Paul Parey, 1955 [7. Aufl., Erstausgabe 1893 von Otto Bock].
23 Für spezielle Produkte wie die Grossalmeroder Schamotte-Tiegel, Töpferwaren oder glasierte Produkte blieben die Casseler Flammöfen noch im 20. Jahrhundert geeigneter. Ob solche Öfen in der Oberkaufunger Ziegelei bis zur ersten Schliessung 1924 genutzt wurden, liess sich nicht nachweisen; die Produktpalette (s.u.) legt dies zumindest nähe. Das Werksgelände ist allerdings so oft verändert worden, dass bisher keine Reste dieser Ofen gefunden werden konnten.
24 Vgl. Schmidt [Anm. 5], S. 63: In Kassel entstanden „entlang der Hollandischen Strasse... nach 1850 viele grosse Ziegeleien. [...] Eigentümer [...] waren ausser Kaufleuten, Juristen und Fabrikanten oft auch Maurermeister und Bauunternehmer“.
25 Der Oberkaufunger Maschinenhausplan weist 1901 drei ‚Walzwerke’, zwei ‚Ziegelmaschinen’ (d.h. Strangpressen), vier ‚Revolverpressen’, eine ‚alte Schlittenpresse’, eine ‚Friktionspresse’ und eine ‚Firstziegelpresse’ (wohl eine Handpresse) aus. Die Pressentypen unterscheiden sich durch die Geschwindigkeit, in der die Arbeitsschritte des Pressvorgangs erfolgen können: Mit der Entwicklung des Doppelmuldenfalzziegels (s.u.) hatte Wilhelm Ludowici auch die Revolverpresse zum Patent angemeldet, deren Unterform als fünfseitige drehende Trommel angelegt, eine gleichmässig periodische Massenproduktion von Dachziegeln ermöglichte, während bei den älteren Pressentypen der Pressvorgang durch das Aufgeben und Abnehmen von Batzen und Formling immer wieder unterbrochen werden musste. Zur Entwicklung der Pressentechnik vgl.: Bender [Anm. 16].
26 Arbeitsstundenbuch der Falzziegelwerke Oberkaufungen GmbH bei Cassel vom 18.5.1907 bis 28.2.1908 [HZM]. Das Buch diente als Berechnungsgrundlage für die wöchentliche Lohnauszahlung. Alle Mitarbeiter/innen sind namentlich aufgeführt mit den jeweils pro Tag geleisteten Arbeitsstunden. Die monatliche Anzahl der Mitarbeiter schwankt, ebenso die täglich (auch Samstags) geleisteten Arbeitsstunden (zwischen 4 und 7). Die beiden Brenner des Zickzackofens arbeiteten in 12-Stundenschicht. [Laut Festschrift hatte die Möncheberger Gewerkschaft 1922 etwa zehnmal so viele Beschäftigte.
27 Vgl.: Niestrath, Werner: Faszination Ziegelei - Vorschlag zur Typisierung von Ziegeleimuseen. In: Ziegeleigeschichte /Ziegeleimuseen: 5. Arbeitstagung, 29./30. Juni 1998. Hrsg. v. Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. Bonn 1999, S.88-92. Seiner Kategorisierung nach war Oberkaufungen eine grössere ‚Stadtziegelei’, während die Möncheberger Gewerkschaft zu den Grossziegeleien zählte.
28 Der Beobachter an der Losse, 16.10.1901, zit. n. Meyer [Anm. 4], S. S.95.
29 Vgl.: Bender, Willi: Die Ludowici-Dachziegelentwicklungen von 1881 bis 1930. In: Ziegeleigeschichte /Ziegeleimuseen: 7. Arbeitstagung, 26./27. Juni 2000, Tagungsort Ziegelei Museum Jockgrim. Hrsg. v. Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie e.V. Bonn 2001, S. 14-54, S. 16: „Durch den patentierten Stufenfalz entstand ein Verfalzungslabyrinth, ein ‚doppelter Schluss’ wie es der Erfinder nannte, der gegen Wasser und das Eindringen von Staub und Schnee dicht abschloss. Folgerichtig kam dieser neue Falzziegel zunachst auch als ‚Falzziegel mit doppeltem Schluss’ auf den Markt, ab 1891 einfach als Ludowici-Falzziegel. Erst ab 1897 taucht die heute so bekannte Bezeichnung Falzziegel Z1 auf. Der Erfolg des Z1 war so durchschlagend, dass er nach dem Verfall des Patents 1896 von den meisten Dachziegelwerken fast unverandert übernommen wurde. Es ist aber ziemlich sicher, dass dieser Erfolg ohne eine entsprechend geeignete Presse nicht möglich gewesen wäre.“ Der Z1 ist heute noch Standard.
30 Im Arbeitsstundenbuch von 1907/08 [Anm. 24] ist die Herstellung von ‚Falzziegeln’ vermerkt, im Spätherbst auch die von ‚Vollsteinen’. Die Oberkaufunger Jahresproduktion war bislang nicht herauszufinden; als vager Anhaltspunkt mag die Kapazität des Ofens gelten, mit dem pro Tag etwa 30 000 - 40 000 Backsteine hergestellt werden konnten.
31 Vgl. Produktkatalog der Ludowici-Ziegel-Werke Jockgrim 1857-1897, Nachdruck [HZM].
32 Jubiläumsschrift [Anm. 1] S. 7.
33 Lohöfer, H.: Die Ziegelwerke Hermann Lohöfer K.G. Oberkaufungen. In: Meyer [Anm. 4], S. 208-210, S. 209.
34 Vertriebsjournal der Falzziegelwerke 1904ff [HZM]. Ein Werbeprospekt von 1913 mit Vignette des Kasseler Druselturms - anlässlich des dortigen Stadtjubiläums - zeigt die Orientierung auch am Absatzmarkt der nähegelegenen Grossstadt.
35 Schreiben Friedrich Barchfelds an den Demobilmachungs-Comissar Cassel, v. 26.5.1924. Hessisches Staatsarchiv Marburg 165/ 2798 Das Regierungspräsidium entsandte Gewerberat Laurisch zum Gespräch mit Direktor und Betriebsrat. Der ebenfalls gelädene Herr Papen vom Fabrikarbeiterverband erschien nicht, „wahrscheinlich deswegen, weil mit Beginn der Kampagne sämtliche Arbeiter des Werkes aus dem Fabrikarbeiter-Verbande ausgetreten sind“ (ebd., wie auch die folgenden Zitate).
36 Ebd. Der Regierungspräsident schliesst: „Ich erwarte indes, dass Sie nichts unversucht lassen werden, um Ihren Betrieb bei Besserung der augenblicklichen Verhältnisse wieder in Gang [zu] setzen und erwarte, dass Sie dann in erster Linie die jetzt bei Ihnen zur Entlassung gekommenen Arbeiter wieder zur Einstellung bringen werden.“
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